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Annette Lepple // Genießen statt Gießen

Das Klima erwärmt sich, hierzulande werden heiße, dürre Sommer wohl häufiger. An durstigen Gärten festzuhalten ist wohl kaum noch zeitgemäß – und darüberhinaus noch teuer. Genießen statt Gießen zeigt die Alternative.

  • Darum lesen: Hausbesitzer mit Garten sollten dieses Thema unbedingt zumindest durchdenken.
  • Darum nicht lesen: Abgesehen von den umfangreichen Pflanzenlisten und Beetbeispielen eher unpraktisch.

In trockenen Zeiten stand ich oftmals abends im Garten meiner Eltern und goss zumindest die Blumen. Der Rasen durfte bei uns vertrocknen. Doch selbst das – ein Garten, der bei Dürre nur teilweise gegossen werden muss – ist zukünftig möglicherweise unmoralisch und teuer. Wasser wird auch in einigen Gebieten in Deutschland knapp, der Durst irgendwelcher Blumen sollte nicht gerade die höchste Priorität haben. Zumal ein Garten, der gegossen wird, wirklich sehr durstig ist. 20 Liter pro Quadratmeter oder mehr. Zeit, sich Gedanken zu machen.

Die naheliegende Alternative: einen Garten gestalten, der nicht so viel Wasser braucht. Mit trockenheitsresistenten Pflanzen. Darunter sind durchaus heimische Pflanzen – aber auch solche, die eigentlich woanders auf der Welt, eben in trockeneren Regionen vorkommen.

Wie man zu so einem Garten kommt, das beschreibt Annette Lepple recht umfangreich in Genießen statt Gießen. Leider ohne den Leser wirklich im Blick zu haben. Quadratisches Format, große, schöne Bilder. Soweit, so gut. Dazwischen erstreckt sich Seite um Seite auf fast zwei Drittel des Buches eine Bleiwüste. Überschrift, Fließtext, Überschrift, … Die Inhalte sind ja an sich gut. Aber wenn ich etwas über Sukkulenten wissen will, warum sollte ich dann unter „Voller Saft und Kraft“ nachlesen? Es fehlt ganz einfach an Orientierung. Das Buch scheint eher zum Durchblättern konzipiert sein, weniger als Ratgeber. Lediglich das Glossar hilt dabei, gezielt Informationen zu finden. Auch der Text ist nicht wirklich gut, viel zu prosaisch und dabei allerdings phrasenhaft geschrieben.

Zum Glück gibt es noch das letzte Drittel. Hier findet der Leser sechs Pflanzpläne und anschließend auf etwa 35 Seiten Pflanzenporträts – und zwar nicht in Prosa, sondern tatsächlich mir Ratgebercharakter. Wuchsumfang, Bütezeit, deutscher Name und Fachname, Infos zum Aussehen, dem besten Standort, zur Pflege, zum Vermehren und zu passenden Partnern im Beet.

Insofern ist Genießen statt Gießen sicherlich kein Ratgeber der ersten Wahl, selbst dann nicht, wenn es explizit draum geht, einen trockenheitsresistenzen Garten anzulegen. Dafür gibts bessere Bücher. Aber für die Auswahl der Pflanzen und für Inspiration ist es dann doch sehr gut geeignet.

Annette Lepple // Genießen statt Gießen
2. Auflage 2020, 2018
Eugen Ulmer
133 Seiten

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