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Robin Hood Statue

Robin Hood: die besten Bücher, Filme und Spiele

Ich liebe Robin Hood. Abenteuer, Leben im Wald, Kampf um Gerechtigkeit, der edle Räuber. Habs als Kind gelesen, den Film mit Kevin Kostner geliebt. Geht nicht nur mir so, deswegen wird die Geschichte auch immer wieder neu erzählt: In Filmen, Büchern und auch in Spielen.

Die nachfolgende Sammlung ist natürlich nicht vollständig. Fange gerade erst an, zu sammeln. Insofern ergänze ich diesen Blogbeitrag auch immer wieder.

Robin Hood Bücher

Platz 1: Tilman Röhrig // Robin Hood – Solang es Unrecht gibt

Robin Hood, Solang es Unrecht gibt, Tilman Röhrig

Ich las dieses Buch in meiner Kindheit. Es ist eines der wenigen Bücher aus dieser Zeit, die ich nicht irgendwan wegschmiss, verkaufte oder verschenkte. Gelesen habe ich es erst jetzt ein zweites Mal.

Tilman Röhrig erzählt seine Geschichte und bleibt recht nah an den klassischen Versionen. Hauptcharakter ist allerdings gar nicht Robin Hood sondern John Little, mit ihm beginnt die Geschichte. Er versorgt sein Dorf mit gewildertem Fleisch, prompt wird das Diebesgut entdeckt, die Männer des Sherrifs statuieren ein Exempel und bringen alle um. John kommt zu spät, kann die Mörder zwar vertreiben, seine Leute aber nicht retten. Nur Marian – in dieser Geschichte ein 11-jähriges Mädchen – überlebt. Gemeinsam fliehen sie und treffen schließlich auf Robin Hood, dem sie sich anschließen.

Solang es Unrecht gibt ist ein Jugendbuch, was allerdings in keinster Wiese eine Aussage über mangelnde Qualität sein soll. Nein, es lässt sich auch als Erwachsener wunderbar lesen. Die Sprache ist allerdings recht eliptisch und knapp gehalten – angepasst an den Wortkargen John Little. Er und Robin Hood werden markiert durch bestimmte Aussprüche. John Little sagt dutzende Male „schon Recht“, Robin Hood dagegen „Schluss jetzt“. Das ist nicht ganz unwichtig, um das Ende des Buches zu verstehen.

Ansonsten ist das Buch grundsolide, klassisch aufgebaut. Das Ende zieht sich etwas hin, wird dann aber nochmal richtig dramatisch und verleiht der ganzen Geschichte eine überraschende Wendung und dem Untertitel des Buches erst so richtig seinen Sinn.

Robin Hood Filme & Serien

Platz 1: Robin Hood – König der Diebe (1991)

Robin Hood, König der Diebe, Kevin Costner, Filmplakat

Dieser Film ist der Grund für meine Faszination für Robin Hood. Das Buch hatte sie noch nicht geweckt, den Film sah ich dagagen mehrere Male an. Robin Hood befindet sich als Kreuzfahrer in Jerusalem in Gefangenschaft, rettet sich und Azeem, der ihm daraufhin Treue schwört und ihn nach England begleitet. Dort erwartet sie jedoch eine niedergebrannte Festung, Robins Vater ist tot. Robin und Azeem müssen fliehen, im Sherwood Forest treffen sie auf John Little und seine Männer. Sie schließen sich an, Robin Hodd reißt die Führung an sich, gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen den Sherrif auf.

Der Film ist inzwischen ja ganz gut gealtert. Mehr als 30 Jahre hat er auf dem Buckel, die Sehgewohnheiten haben sich mittlerweile geändert. Der Humor wirkt alt, auch viele Einstellungen, insbesondere die vielen Close-Ups des verschwitzten Sherrifs. Außerdem wirkt des Szenenbild oft irgendwie leer, insbesondere, was Statisten angeht. Außerdem fehlt mir eine noch klarere Motivation für die Männer, den Kampf aufzunehmen.

Die klassische Geschichte wird insbesondere durch eine Hexe, die den Sherrif berät ergänzt. Um ihn herum gibt es einen satanistischen Orden, der die Grundlage für die Verschwörung gegen König Richard bildet. Prinz Johann spielt keine Rolle, der Sherrif selbst greift nach dem Thron. Guy von Gisborne ist Vetter des Sherrifs und der Mann fürs Grobe – der allerdings nicht übermäßig lang überlebt. Zum legendären Zweikampf mit Robin Hood kommt es nicht.

Neben der Originalfassung fürs Kino gibt es eine längere, nachsynchronisierte. Die Szenen, die damals gestrichen wurden, tragen tatsächlich dazu bei, die Geschichte etwas ausführlicher zu erzählen. So erfährt man jede Menge über den Sherrif und seine Motivation. Dennoch: Obwohl die gekürzten Szenen eigentlich wichtig für die Geschichte sind, ist die kürzere Version deutlich griffiger und besser.

Trotz seiner Schwächen und seines Alters ist der König der Diebe immernoch der meiner Meinung nach beste Robin Hood – was aber vor allem an den unnötigen Esperimenten und Schwächen aller anderen Verfilmungen liegt. Mit anderen Worten: einen richtig guten Robin-Hood-Film gibt es derzeit nicht.

Platz 2: Robin Hood (2018)

Robin Hood 2018

Die neueste Blockbusterproduktion mit Taron Egerton und Jamie Foxx. Vom Plot her erzählt der Film weitgehend die klassische Robin-Hood-Variante: Robin kehrt von den Kreuzzügen zurück. In der Zwischenzeit wurde er für tot erklärt, der Sherrif hat sein Land beschlagnahmt, seine Frau Marian erneut geheiratet. Die Bevölkerung wird unterdrückt und muss in den Kohleminen schuften. Das alles, damit der Krieg im Nahen Osten weiter finanziert werden kann.

Robin nimmt den Kampf auf, will Marian und seinen Besitz zurückerobern. Unterstützt wird er von Yahya, bzw. John Little, dem er im Krieg das Leben rettete.

Ganz und gar nicht klassisch sind in diesem Film die Kostüme. Zwar scheint es sich an und für sich um eine mittelalterliche Welt zu handeln, die Kostüme und das Szenenbild vermitteln aber einen modernen Eindruck – oder als ob es sich um einen gigantischen Werbefilm für irgendeinen Modedesigner handelte. Da stellt sich natürlich die Frage, warum dieses Stilmittel eingesetzt wurde. Um die Zuschauer zu provozieren? Die Köpfe aufzubrechen? Sie bereit zu machen für Gesellschaftskritik? Oder nur, um irgendwie was Neues in die alte Geschichte hineinzuzwingen?

Die angesprochene Kritik wird nicht sehr versteckt: Es geht um die Ausbeutung der Arbeiter, um Krieg aus ökonomischen Gründen. Nun, soo überraschend und ist diese Kritik jetzt nicht, glaube nicht, dass man den Zuschauer dafür erst irgendwie vorbereitetn müsste. Ohnehin wird diese Kritik nicht begründet, sondern lieblos hingeklatscht. Mir ist das zu platt und schwach. Andere Kritiker loben den Film allerdings dafür. Sie sagen auch: Was wollt ihr denn, wurde ja zu Beginn angekündigt, dass den Zuschauer etwas Neues erwartet.

Mir reicht das allerdings nicht. Actionmäßig ist dieser Robin Hood nicht schlecht, schauspielerisch mittelmäßig, insgesamt aber eher schwach.

Platz 3: Robin Hood – Der rote Rächer (1954)

Robin Hood, der Rote Rächer

Der rote Rächer ist eigentlich gar nicht soo schlecht. Zumindest schauspielerisch okay. Die Kostüme sind zwar recht naiv, aber mei, so war das damals eben. Der Film ist halt doch schon recht alt und die Sehgewohnheiten haben sich geändert. Aber für damalige Verhältnisse durchaus solide alles. Mit einer vernünftigen Geschichte stünde er sogar vor dem 2018er Robin Hood. Aaaber das große Problem: Die Geschichte hat wenig bis gar nix mit Robin Hood zu tun:

König Richard kehrt aus seiner Gefanngenschaft in Anschluss an die Kreuzzüge zurück und will seinen Thron beanspruchen. Um seine Gegner zu überraschen, kommt er früher zurück, als öffentlich bekanntgegeben. Wann und wo, diese Botschaft ist in einer Steinfigur versteckt, einem Spielzeug, das ein königlicher Bote zu seinen Verbündeten bringt. Natürlich wird er überfallen und getötet, die heikle Info droht den Gegnern in die Hände zu fallen. Jetzt werden Robin Hood und seine Leute engagiert, die Figur wieder aufzutreiben. Das Ganze funktioniert mehr wie ein Spionagethriller mit Wendungen, Intrigen, Lug und Betrug, als wie ein Robin-Hood-Film. Nach etwas mehr als einer Stunde ist schon Schluss und so könnte Der rote Rächer auch eine Episode einer Serie sein. Stellt sich noch die Frage, warum der Film auf deutsch Der rote Rächer heißt.

Robin Hood ist mehr so ein James-Bond-mäßiger Edelmann, der halt zufällig in den Wäldern wohnt. Bruder Tuck ist ein Trickbetrüger, Mary eine Nebenfigur dritten Grades und tritt lediglich als Schankmaid auf. Die Gegner sind allesamt recht dämlich.

Die Amazon-Version des Filmes hat keinde durchgehende deutsche Tonspuer. An zwei Stellen reden die Herrschaften plötzlich in feinstem englischem Dialekt.

Platz 4: Beyond Sherwood Forest (2009)

Robin Hood, Beyond Sherwood Forest

Die Geschichte um Robin Hood ist hier eigentlich nur Kulisse. Warum Robin Hood durch die Wälder streift? Keine Antwort. Warum, er gegen den Sheriff von Nottingham kämpft? Weil ers kann. Die Filmemacher sind sich bewusst, dass der Zuschauer die Geschichte gut genug kennt. Dennoch gibt es einige Abweichungen vom klassischen Plot: Marianne ist eine Adelstochter und soll den Prinzen von Österreich heiraten, um die diplomatischen Beziehungen zu stärken. Weil sie keine Lust darauf hat, haut sie ab und trifft natürlich Robin Hood.

Zum eigenständigen Werk wird Beyond Sherwood Forest, weil die Geschichte durch einen Fantasyplot ergänzt wurde. Rund um Sherwood Forest treibt ein Drache sein Unwesen. Der Drache ist allerdings in Wirklichkeit eine Gestaltenwandlering, die aus einer Parallelwelt verbannt wurde. Sie sitzt im Kerker des Sherwood Forest. Der Sherrif lässt sie aber frei, damit sie ihm im Kampf gegen Robin Hood hilft.

Leider wird auch dieser zweite Erzählstrang lustlos präsentiert. Die Parallelwelt ist einfach neben die unserige Welt geklatscht. Und irgendwo im Wald steht halt dieses Portal rum. Warum auch immer. Jahrelang. Keiner weiß davon. Die Figuren stolpern darüber, wenn es der Plot halt so vorsieht. Apropos Figuren: Sie bleiben flach, die schauspielerische Leistung hält sich ebenfalls in Grenzen. Die Dialoge sind weitgehend schwach. Und was da zum Teil im Hintergrund abläuft, ist zum Haare raufen. Etwa, wie Robin Hoods Leute versuchen, Holz zu zerkleinern. Brrr. Auch als Trash taugt der Film nichts, dafür nimmt er sich selbst zu ernst.

Platz 5: Forest Maidens (2000)

Forest Maidens Filmplakat

Forest Maidens hat nur eine Stunde Spielzeit. Zumindest dann, wenn wie bei Amazon Prime die Sexszenen rausgeschnitten wurden, ansonsten 20 Minuten mehr – womit auch schon deutlich sein dürfte, worum es hier geht: Titten und schlechte Scherze.

Ein Jahr, nachdem Robin Hood den Sheriff von Nottingham besiegt hat, hängen er und seine Leute gelangweilt in den Wäldern rum. Sie beschließen, sich Frauen zu suchen und zu heiraten. Dazu veranstalten sie ein Casting. Der Sheriff hatte ein Schwester, die wird sein Nachfolger und meldet sich zum Casting an. Dort mischt sie Robin Hood und seinen Leuten ein Schlafmittel in den Wein und nimmt sie gefangen, versucht dann, einen nach dem andern zu verführen, um den Rest der Gruppe zu verraten. Wozu auch immer. Sitzen ja ohnehin alle im Kerker.

Alle? Nein, Little John und Roberta sind noch frei. Weil aber alle Männer gefangen genommen wurden, veranstalten sie statt eines Ehefrauen- ein Kämpferinnencasting, um Robin Hood zu befreien.

Ach ja, Roberta kommt aus der Zukunft. Oder träumt das alles nur. Oder so.

Robin Hood Spiele

Noch keine gespielt, ändert sich aber sich auch irgendwann. 🙂

Photo by Steve Harvey on Unsplash