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Rabindranath Tagore // Gitanjali

Tagore war der erste Autor außerhalb Europas, der den Literaturnobelpreis erhielt. Das allein ist ein Grund, sein Buch Gitanjali zu lesen. Das erste Werk, das er auf englisch verfasste. Darum lesen: spirituelle Prosa eines bedeutenden Intellektuellen, wichtiges aber recht unbekanntes Werk der Literaturgeschichte Darum nicht lesen: thematisch recht eintönig Den Gedichtband Gitanjali gibt es auch auf bengalisch. Dieses Werk hat allerdings wenig mit dem englischsprachigen Gitanjali zu tun. Tagore übersetzte eine Auswahl seiner Gedichte und Lieder selbst ins englische, wechselte dabei von lyrischen in prosaische Textformen. Was dabei herauskam, sind recht poetische, kurze Texte, denen man ihre Vergangenheit als Gedichte durchaus anmerkt. W.B. Yeats war dermaßen begeistert von diesem Werk und seinem Autor, dass er die Veröffentlichung vorantrieb. In dem Büchlein sind etwa 100 Texte, fast alle spirituell angehaucht. Da ist es kein Wunder, dass er in Europa als „mystischer Heiliger aus dem Osten“ rezipiert wurde. Die Texte richten sich fast alle an ein nicht genau beschriebenes Gegenüber, ein Freund, ein Liebhaber, ein Schöpferwesen. Die Dialoge sind eigentlich gar keine, denn die Aussagen, Fragen, Klagen …