Paraglider, Mut
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Einfach Machen!

Wer sagt denn, dass alles, was man tut, gleich beim ersten Mal passen muss? In den allermeisten Fällen kann man einfach mal machen – und es dann im Zweifel einfach nochmal machen.

Nein, ich bin kein Fan von Nike. Kaufe nur faire Klamotten, aber darum geht’s hier natürlich nicht. Es geht darum, dass der Anspruch an Perfektion und daran, gleich beim ersten Versuch einen Treffer landen zu müssen, blockiert. Weg mit dieser Denkweise, bei vielen Dingen erspart man sich jede Menger Stress, wenn man ohne viel nachzudenken, einfach mal loslegt.

Wider den Perfektionismus

Dieser Ansatz passt eigentlich gar nicht zu mir. Denn ich denke viel nach. Ich will eigentlich nicht, dass ich meine Umgebung mit Halbgarem belaste. Deswegen twittere ich so selten, deswegen bin ich eher schweigsam. Ich denke erst intensiv nach.

Das ist auch gut so, allerdings kann man auch zu viel nachdenken, vor allem, wenn es um kreative Prozesse geht. Das hat einen einfachen Grund: je umfangreicher und komplexer ein Werk ist, desto schwieriger wird es, es in Gedanken komplett zu umfassen. Zwar lässt sich alles durchdenken, aber eben nicht gleichzeitig. Und so blockieren zu viele Gedanken beim kreativen Prozess.

Ich habe mir stattdessen eine komplett gegenläufige Arbeitsweise angewöhnt. Supereffektiv. Sie lautet: Einfach machen! Rein ins Auto, Gas durchdrücken, irgendwo hinfahren und dann das Beste draus machen. Ganz ehrlich: Dabei kommt selten was Gscheits bei raus. Egal. Dann halt weg damit und nochmal anfangen. Manchmal reicht es auch, das Ergebnis etwas zu überarbeiten. Und ganz selten sitzt der erste Schuss.

Kurzgeschichten, Blogbeiträge …

Sagen wir, ich schreibe eine Kurzgeschichte und weiß ungefähr, was ich will. Einfach raus damit. Einfach schreiben. So eine Geschichte ist dann ratz-fatz runtergeschrieben. Dadurch bekomme ich ein Gefühl für die Geschichte, merke, ob sie funktioniert, wo es noch hakt – und ich merke, ob es sich lohnt, wirklich Zeit hineinzustecken. Ist das der Fall, überarbeite ich die Geschichte. Zugegeben, auch Überarbeiten macht mir Spaß, manchmal sogar mehr als Schreiben. Wer das nicht so mag, für den ist diese Arbeitsweise nicht ganz so gut geeignet.

Meine Blogartikel sind zunächst sicherlich nicht übermäßig gut. Die meisten sind okay. Anschließend überarbeite ich jene, die relativ gut laufen, und mach sie noch besser. Die schlechte kicke ich einfach raus. Es sei denn, ein Thema liegt mir wirklich am Herzen, dann überarbeite ich es vielleicht auch nochmal. Auf diese Weise ist zum Beispiel einer meiner besten Blogartikel über Personal Kanban entstanden, der inzwischen sehr umfangreich ist.

… und Romane

Bei größeren Projekten plotte ich zunächst, mache eine Kapitelliste. Und dann kann ich die Kapitel runterrocken. Nicht chronologisch, sondern immer nur Passagen, auf die ich gerade Bock habe, so komme ich leichter in einen Flow. Am Ende bleiben dann zwar immer nervige Passagen über, die ich eigentlich nicht schreiben will, aber mei – einfach machen.

Photo by Leio McLaren (@leiomclaren) on Unsplash

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