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Interview mit Catherine Striker Bücherregal im Kopf

Seit einigen Wochen ist Die verlorene Erinnerung von Catherine R. Striker auf dem Markt. Ich traf mich mit der Autorin in einem kleinen Ansbacher Café, um über ihr Buch zu sprechen und um herauszufinden, wie sie als Schriftstellerin arbeitet.

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Romandebüt. Wie zufrieden bist du mit dem Buch?

Mir sind schon noch ein paar Dinge aufgefallen, die ich gerne ändern würde. Vielleicht in einer zweiten Auflage. Allerdings würde ich mich gerne beim Selfpublishing-Preis bewerben und da darf man nur mit der ersten Auflage teilnehmen. Die zweite Auflage kommt dann vielleicht später.

Du musst dich also noch etwas gedulden.

Ja, dabei konnte ich mich schon bei der ersten Auflage nicht gedulden. Meine Lektorin hat das Buch durchgearbeitet, ich habe es zwei Mal überarbeitet und irgendwann wollte ich einfach fertig werden damit.

Wie lange hast du denn an dem Buch gearbeitet?

Fünf Jahre, wobei ich glaube ich vor acht Jahren das erste Kapitel geschrieben habe und zwischenrein ein, fast zwei Jahre gar nicht dran gearbeitet hab. Es ist halt ein Hobby und ich war lange Zeit weitgehend allein damit. Ich war auch bei einem Schreibkurs in Nürnberg und das war auch sehr nett, aber ích wollte deswegen nicht immer extra so ich einige Autorinnen und Autoren kennengelernt und bin dadurch viel motivierter.

Acht Jahre! Wie hast du es geschafft, so lange an deiner Geschichte dranzubleiben?

Ich bin nicht sehr strukturiert und schreibe mal hier was, mal da was. Für mein nächstes Buch habe ich zum Beispiels schon seit drei, vier Jahren das Ende. Auch in den letzten Jahren habe ich mich mit anderen Projekten beschäftigt, aber irgendwann hatte ich da keinen Bock mehr drauf und hab dann mit den verlorenen Erinnerungen wieder weitergemacht. Ich arbeite auch nicht streng chronologisch, ich möchte mich da nicht einzwängen lassen.

Wie schaffst du es, nicht den Faden zu verlieren?

Ich gehe meine Geschichten im Kopf immer wieder durch. Ich habe eine Art Bücherregal im Kopf und stelle mich immer wieder davor und gehe die Geschichten durch und schreibe dann die Szene, die mir gerade besonders gut gefällt oder wo mir viele Einzelheiten bewusst werden. Bei der einen Geschichte gibts schon das Ende, bei der anderen den Anfang oder eben den Mittelteil.

Und das alles nur im Kopf?

Ja.

Wow!

Wobei ich mittlerweile etwas mehr aufschreibe, weil ich gemerkt habe, dass ich manches schon auch vergesse.

Wie entstand die Idee zur verlorenen Erinnerung?

Ach, ich hab immer so Phasen und eine Weile habe ich mich eben mit England beschäftigt, viel Jane Austen gelesen. Am Anfang habe ich immer eine kleine Idee, eine Inspiration, vielleicht war es eine Geschichte von Agatha Christie, ich weiß es nicht mehr, das ist so lange her und dann entwickelt sich das eben. Wobei mein Buch ja nicht so richtig klassisch Jane Austen ist. Diese super Männer, die darin vorkommen, gibt es bei mir nicht.

Grad James ist ja zu Beginn kein sehr angenehmer Zeitgenosse, wandelt sich aber im Laufe des Buches zum Besseren. Hoffst du, dass deine Leser auch etwas lernen, wenn sie dein Buch lesen?

Ich will facettenreiche Charaktere schaffen und zeigen, dass es nicht nur das Böse oder Gute gibt. Wenn mir jemand unsympathisch ist, steckt da vielleicht etwas dahinter. Ich glaube, dass selbst ein Mensch, der sich als absolut böse erwiesen hat, in anderen Bereichen seines Lebens zum Beispiel ein wunderbarer Vater ist.

Ich hab ein passendes Zitat aus deinem Buch für dich: „Es steckt so viel in den Menschen um uns herum, wenn wir ihnen die Zeit geben, es uns zu zeigen.“

Das ist die Kernaussage der Geschichte, ja. Das ist ja schön, dass das so gut herauskam.

Wie gehts bei dir weiter?

Es wird einen Nachfolger für die verlorene Erinnerung geben und ich schreibe einen Liebesroman.

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