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Johannes Hartl // Einfach Gebet

Einfach Gebet. Tja, wenns denn so einfach wäre. Selbst Jesus Jünger mussten das Beten lernen. Und weil Hartl als Leiter des Gebetshauses Augsburg quasi ein Profi-Beter ist, zeigt er, wie man unkompliziert einen Zugang zum alltäglichen Gebet finden kann. Ein tolles Buch. Auch, weil es ganz einfach schön ist.

  • darum lesen: “Gebet ist nicht alles, aber ohne Gebet ist alles nichts.” Dieses Buch ist so schön, lohnt sich auch zu lesen, wenn man gar nicht beten will.
  • darum nicht lesen: Wenn dem Leser sowohl Sinn für Spiritualität als auch Schönheit fehlen.

Johannes Hartl hat einen Sinn für Schönheit. Das merkt man beispielsweise an den Räumlichkeiten des Gebetshauses Augsburg, das er gründete. Das könnte man aus der Tatsache schließen, dass dieses Gebetshaus die Schønkonferenz veranstaltet. Und auch sein Buch Einfach Gebet ist äußerst schön gestaltet:

  • Einband aus leicht glänzendem Stoff, auch haptisch eine Schönheit
  • geriffelter Vorsatz
  • farbiger Buchschnitt
  • teilweise farbige Seiten
  • viele Illustrationen (aus der Hand des Autors selbst)
  • Lesebändchen

Also, das ist schon eine aufwändige Ausstattung, vor allem für ein schmales Bändchen mit gerade einmal 136 Seiten. Ich traue mich gar nicht, wie sonst üblich, Notizen in das Buch zu schreiben und Textstellen zu unterstreichen.

Die 136 Seiten sind gefüllt mit zwölf Gebetsübungen, die fünf Minuten oder auch Stunden beanspruchen können. Der Leser wird tief hineingeführt in die Welt des Gebets, wobei ein Schwerpunkt auf formalen Aspekten. Als Gegenstück würde ich deswegen Max Lucados Vater Unser empfehlen, welches sich eher mit Gebetsinhalten beschäftigt.

Jedes Kapitel wird mit einem Wort überschrieben, dann erzählt Hartl eine kurze Geschichte, die in einen kurzen theoretischen Teil übergeht, es folgen die Gebetsübungen, jeweils auf dem grünlichen Papier des Buchschnittes. Meine Lieblingsübung ist der Weg im Gebet in den Tempel hinein: Der Vorhof, der Alter, der siebenarmige Leuchter, sie alle tragen eine symbolische Bedeutung. Im Gebet kann ich den Tempel durchschreiten, die Symbolik leitet mich thematisch. Und es geht hinein bis ins allerheiligste des Tempels.

Einfach Gebet ist für mich kein Arbeitsbuch. Aber dennoch eines, das ich immer wieder aus dem Regal ziehen und dann darüber streichen werde. Ein Blick hinein inspiriert mich dazu, mal wieder Gebetsformen auszuprobieren, die üblicherweise in meinem Alltag keinen Platz finden.

Johannes Hartl // Einfach Gebet
3. Auflage 2017 // 2016
SCM
136 Seiten

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