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Leo Bigger // Adlerauge

So ein Adler fokussiert ein Mäuschen aus drei Kilometer entfernung. Dann kann er sich überlegen, ob sich der Angriff lohnt und dann mit 300 Stundenkilometern zuschlagen. Wär gar nicht schlecht, wenn sich unserereins da was abschauen könnte – im übertragenen Sinn natürlich.

  • darum lesen: schon allein, weils sehr aufwendig gestaltet ist, aber auch gute Inhalte zum Thema persönliche Vision.
  • darum nicht lesen: wem die Predigten von Leo Bigger nicht gefallen, wird auch das Buch nicht mögen.

Der Sinn des Lebens. Wahrscheinlich die entscheidende Frage, wenns nich grad einfach nur ums Überleben geht. Aber irgendeinen Sinn für sich gefunden zu haben, reicht halt auch nicht, weil der nicht zwangsläufig auch umzusetzen ist. Als Christ bekommt man mit der Bibel einige fantastische Ansätze geliefert und auch immer wieder gesagt, dass es da für jeden einzelnen einen ganz bestimmten Auftrag gibt.

In Adlerauge zeigt Leo Bigger, wie man seine persönliche Vision finden kann, vor allem aber, wie man dranbleiben kann. Wobei, Leo Bigger wird halt als Autor angegeben, mindestens genauso wichtig dürfte aber Nicu Bachmann sein, der im Impressum auch als Ghostwriter angegeben ist.

„Ein Adler: liebt es, in den Sturm hineinzufliegen, wird stärker mit dem Sturm als ohne den Sturm, fliegt höher mit dem Sturm, als ohne den Sturm.“

Vom Inhalt her ist Adlerauge nicht übermäßig revolutionär. Es geht darum, an sich, an Gott und an die Vision zu glauben, sie mutig zu verfolgen. Es geht um Geduld und um Resilienz, etwas Selfcare und zum Schluss noch um Beziehungen. Beziehungen? Ja, das ist irgendwie ein etwas seltsamer Zusatz, weil der Inhalt einer Vision ja auch sein kann, seine Ehe zu retten. Hätte es finde ich nicht gebraucht, dafür gibts bessere Bücher. Das, was die Autoren zu diesen Themen zu sagen haben, ist aber ziemlich gut, alles schön mit der Bibel begründet, es gibt viele kurze Geschichten, Beispiele und kreative Arten der Illustration.

À propos Illustration. Das Buch ist großartig aufgemacht. Übrigens auch von Leuten aus Leo Biggers Team, nicht vom Verlag. Ungewöhnliches Format, Text in zwei bis drei Spalten gesetzt, komplett Farbig, ein Seitenlayout wie ein Magazin, teilweise verschwenderisch. Man muss das Buch noch nicht einmal lesen, um Spaß daran zu haben. Andererseits könnte man auch sagen: bisschen viel Tamtam, ist der Inhalt so schwach auf der Brust, dass diese Aufmachung notwendig ist? Ist er nicht, aber er ist jetzt auch nicht üppig und wie gesagt nicht revolutionär. Und tatsächlich ziehe ich es eher aus dem Regal, um es anzusehen. Danach greife ich dann zu Leben mit Vision von Rick Warren oder zu Von der Kunst, sich selbst zu führen, von Thomas Härry, um mein Leben in einer Kompasszeit zu überprüfen und neu auszurichten.

Leo Bigger und Nicu Bachmann // Adlerauge
Erste Auflage 2014
Brunnen Verlag
157 Seiten

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