Drei Zonen Garten, Kunstrasen
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Markus Gastl // Drei-Zonen-Garten

Markus Gastl ist anders als andere Gärtner, sein Drei-Zonen-Garten anders als andere Gärten und sein Buch anders als andere Gartenbücher. Fands interessant und inspirierend, aber ein wirklich gutes Buch ist das nicht.

  • Darum lesen: interessantes, sehr naturnahes Gartenkonzept, sehr praktisch von einem idealisten beschrieben.
  • Darum nicht lesen: wer nicht genau dieses Konzept umsetzen will, dem nützt dieses Buch wenig.

Markus Gastl ist Geologe. Dann fuhr er zweieinhalb Jahre lang mit dem Fahrrad von der südlichen Spitze Lateinamerikas bis hinauf nach Alaska. Er schwor, etwas für seine heimische Natur zu tun. Deswegen fing er an, auf 7.000 Quadratmetern seinen Hortus Insectorum – seinen Garten für Insekten – zu entwickeln.

Wichtigstes Element seines Konzeptes sind drei Zonen, die zwangsläufig in einem Garten vorkommen müssen:

  • Eine Zone für den Obst- und Gemüseanbau.
  • Magerweise und Steingarten
  • eine üppige, vielfältige, einheimische Hecke

Und diese drei Zonen, biologisch bepflanzt, sollen dafür sorgen, dass der Gärtner wenig Arbeit hat, viel erntet und sich Insekten möglichst wohl fühlen. Andere Aspekte eines Gartens wie Harmonie, Schönheit, Ruhe und so weiter spielen eigentlich keine Rolle. Ich persönlich finde seinen Garten alles andre als ansprechend. Er ist einfach chaotisch, willkürlich und zum Teil sogar hässlich.

Nun, wer so einen Garten möchte, lernt in Markus Gastls Buch, wie er ihn anlegen kann. Er wird dann größere Bäume entfernen, praktisch alle Nadelhölzer, alle ausländischen Pflanzen, wird jede Menge Kies und Schotter ankarren und Steinpyramiden bauen. Man lernt viel über heimische Pflanzen und die Pflege derselben. Und selbst Menschen wie ich finden Inspiration. Ich hab ja auch Bock auf einen Biogarten, der möglichst wenig Pflege braucht. Da ist für mich schon etwas dabei in diesem Buch.

So hässlich wie der Garten ist auch das Buch. Ohne Sinn für Gestaltung, lieblos und pragmatisch hingeklatscht. Macht keinen Spaß zu lesen oder durchzublättern.

Noch ein Kritikpunkt: Der Schreibstil. Zu missionarisch und zu abschweifend. Insbesondere das esoterische Geblubber von Steinkreisen hat in einem Gartenbuch meiner Meinung nach nichts verloren.

Also: für gewisse Detailfragen gute Infos direkt aus der Praxis. Ansonsten nur bei sehr speziellen Interessen eine lohnende Investition.

Markus Gastl // Drei-Zonen-Garten
3. Auflage 2016, 2013
Verlag Dr. Friedrich Pfeil
158 Seiten

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