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Mit dem Zettelkasten Bücher entwickeln

Zettelkasten, Karteischrank, Archiv, Maksym Kaharlytskyi

Ideen kommen und gehen. Wenn man sie nicht rechtzeitig festgehalten hat, sind sie eben weg. Ein Notizbuch ist hilfreich, um Ideen zu behalten und um Kreativität zu kultivieren. Um Ideen weiterzuentwickeln, sodass daraus Artikel, Blogbeiträge oder sogar Bücher werden, braucht es etwas mehr. Am besten einen Zettelkasten – oder ein TiddlyWiki.

Wer bereits Notizbücher führt, kennt vielleicht das Phänomen, dass die Dinger irgendwann voll sind und dann im Schrank verschwinden. Oder noch schlimmer: Im Papierkorb. Vielleicht blättert man mal wieder rein und setzt sogar das eine oder andere um. Aber insbesondere, wenn sich die Notizbücher stapeln, fehlt oft ganz einfach die Übersicht. Und selbst dann, wenn man einer Idee mehr Raum gibt und sie entwickelt, gehen Notizen verloren, die man irgendwann gemacht hat und die zum Thema gepasst hätten.

Der Zettelkasten als Ideenarchiv

Wer so etwas vermeiden will, braucht einen Zettelkasten. Das ist ein Kasten mit Zetteln drin. Auf jedem Zettel steht eine Idee und zusätzlich Stichworte. Zu jedem Zeitpunkt lassen sich die Zettel umsortieren, zerreißen, neu beschriften – oder eben herausnehmen und arrangieren. Mit einem Zettelkasten kann man beliebig viele Themen gleichzeitig entwickeln, indem man ganz einfach immer dann, wenn einem etwas dazu einfällt, einen neuen Zettel beschreibt. Man muss das Thema nicht ständig im Kopf wälzen. Man muss nicht an alle tollen ideen gleichzeitig denken. Man kann sie aufschreiben, ablegen und hat den Kopf direkt wieder frei. Und irgendwann gibt es dann zu einem bestimmten Thema zehn, 50 oder vielleicht sogar 100 Zettel. Genug Material für ein Buch.

Das gute an dieser analogen Variante ist, dass man die Zettel auf einer Pin- oder Magnetwand wild hin- und herschieben kann und auf diese Weise wunderbar plotten bzw. den roten Faden einer Geschichte entwickeln kann.

Der Nachteil der analogen Version ist, dass man alles immer erst übertragen muss und es ganz schön aufwendig sein kann, alle Zettel zu einem bestimmten Stichwort zusammenzusuchen, vor allem dann, wenn die Zettel üblicherweise mehr als nur ein Stichwort tragen.

Die digitale Alternative: TiddlyWiki

Statt eines Zettelkastens kann man natürlich jede Notizapp verwenden, zumindest, wenn die Ideen getagged werden können. Auch könnte man sich Wiki-Software installieren und entsprechend verwenden.

Die beste Alternative ist meines Erachtens aber TiddlyWiki. Das ist eine Mischung aus Notizbuch und Wikisoftware, sie ist Open Source und hundertprozentig flexibel. Ich kann Beiträge jeglicher Art erstellen, sie beliebig taggen, Inhaltsverzeichnisse anlegen, die Notizen miteinander verlinken, sie löschen, neu arrangieren und und und … die Möglichkeiten sind schier unendlich.

Im Endeffekt handelt es sich um ein einzige Html-Datei, die von jedem Gerät mit Browser geöffnet und dann auch bearbeitet werden kann. Diese Datei kann entweder im Netz unter einer Url gespeichert werden, wobei dann ein Passwortschutz ratsam wäre. Oder aber sie kann in einer Cloud abgelegt werden. Mein TiddlyWiki liegt in der Dropbox, Zugriff gibts also nur über das Dropbox-Passwort. Alles was ich brauche, ist ein Internetgerät und ich kann meine Ideen weiterentwickeln.

Übrigens nutze ich TiddlyWiki auch:

Habe ich übrigens schon erwähnt, das TiddlyWiki komplett kostenlos ist?

Warum TiddlyWiki vielleicht nicht für jeden geeignet ist

Natürlich hätten die allermeisten schon längst davon gehört, wenn diese Software wirklich so toll wäre, wie ich sie hier beschreibe. Das Problem: Sie ist ein bisschen nerdig. Denn einerseits kann man so viel mit TiddlyWiki umsetzen, andererseits muss man erstmal wissen, wie. Dazu sollte man programmieren können. Zwar gibt es für sehr sehr viele Anwendungsmöglichkeiten vorgefertigte Programmschnipsel – doch selbst wenn man diese einbauen will, ist teilweise technisches Know-How und Experimentierfreudigkeit gefragt.

Andererseits: Die Standardfunktionen reichen vollständig aus, um TiddlyWiki als digitalen Zettelkasten zu nutzen. Und in diese hat man sich relativ schnell reingefuchst.

Download!

Wer TiddlyWiki ausprobieren möchte und dafür gerne eine Variante mit den wichtigsten Funktionen hätte, kann sich mein persönliches TiddlyWiki kopieren. Natürlich ohne all meine Ideen darin. Bis ich mir überlegt habe, auf welche Weise ich euch die Datei zur Verfügung stelle, schreibt mir einfach über das Kontaktformular.

TiddlyWiki Best Practice

Photo by Maksym Kaharlytskyi on Unsplash

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