Wo dein Schatz ist
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Randy Alcorn // Wo dein Schatz ist

Wo dein Schatz ist von Randy Alcorn ist ein Buch über das Geben. Es ist kurz, prägnant – und liest sich stellenweise wie ein Bettelbrief.

  • Darum lesen: christliche Argumente, reichlich zu spenden
  • Darum nicht lesen: viel spenden kann ich natürlich auch ohne dieses Buch

Seit Jahren unterstützen wir die Organisation OM finanziell. Da gibts dann hin und wieder einen netten Brief und ab und zu auch ein kleines Geschenk. Dieses Buch war eines dieser Geschenke und das ist zunächst mal stimmig, Immerhin schickt OM Schiffe mit Literatur rund um die Welt. Jetzt also auch ein Buch an alle Spender. Es handelt sich im eine OM-Sonderausgabe. Hübsch aufgemacht, hübscher als das Original.

Die Absicht hinter diesem Geschenk scheint klar: Die Leute zu motivieren, noch mehr zu spenden. Denn wenn es nach dem Autor Randy Alcorn geht, kann man eigentlich gar nicht genug spenden. Zehn Prozent vom gesamten Einkommen – sind erst der Anfang. Warum das so ist, erklärt er in Wo dein Schatz ist recht ausführlich. Auch wenn die Argumentation recht einfach und kurz ist: Es gehört sowieso alles Gott, nach unserem Tod nützt uns unser Reichtum hier auf Erden nichts, was wir spenden, können wir aber quasi in die Ewigkeit voraus schicken.

Der Aufbau des Buches

Wo dein Schatz ist, ist in sechs Kapitel und sechs Schlüssel zum richtigen Schätze sammeln aufgeteilt. Die Kapitel und die sechs Schlüssel haben aber nichts miteinander zu tun. Anschließend gibts ein im Verhältnis zum Buch recht üppigen Anhang. Diese sechs Schlüssel zeigen die Aussage des Buches recht deutlich:

  1. Gott gehört alles. Ich bin sein Verwalter.
  2. Mein Herz ist stets da, wo ich Gottes Geld anlege.
  3. Der Himmel und nicht die Erde ist mein Zuhause.
  4. Ich lebe nicht für den Punkt, sondern für die Linie. (Im Grunde eine Variation des dritten Punktes)
  5. Das Geben ist das einzige Gegengift für den Materialismus.
  6. Gott lässt es mir finanziell gut gehen, nicht um meinen Lebensstatndard zu erhöhen, sondern um meinen Gebensstandard anzuheben.

Zwischen schlechtem Gewissen und guten Argumenten

Randy Alcorn gibt sich alle Mühe, ausgewogen zu schreiben und keinen Druck aufzubauen.

„Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich habe keine Problem damit, dass Leute mir sagen: „Wir leben nicht unter dem Zehnten“, solange das nicht als Ausrede dient, weniger zu geben.“

Damit meint Alcorn: wenn jemand der theologischen Meinung ist, die Bibel fordere gar nicht dazu auf reichlich zu geben und verantwortungsvoll mit seinem Reichtum umzugehen, dann ist das ok. Er richtet sich vielmehr an jene, die absolut zustimmen würden, dass man als Christ auch Verantwortung für sein Geld hat – und sich dann irgendwie rauswindet, um doch lediglich die Kirchensteuer zahlen zu müssen – und das wars.

Er versucht zumindest zu Beginn des Büchleins, keinen Druck aufzubauen, sondern seine Leser eher zu begeistern. Er lehnt Wohlstandsevangelien ab, in denen Spenden entweder ein Mittel sind, um durch göttlichen Segen, der sich anschließend ausgiest, reicht zu werden oder Reichtum ein Beweis dafür ist, dass jemand von Gott gesegnet ist. Und so bleibt ihm in erster Linie eines, um Begeisterung zu wecken: Die Ewigkeit. Wer jetzt Geld gibt, investiert im Endeffekt in eine bessere Ewigkeit.

Dieses Argument habe ich noch nie verstanden. Wenn es in der Ewigkeit kein Leid mehr gibt und keinen Neid, inwiefern ist es dann relevant, für die Ewigkeit Schätze zu sammeln? Check ich nich.

Grad gegen Ende des Buches und durch die ständige Wiederholung der immer gleichen Aufforderung, mehr herzugeben, baut Alcorn dann aber doch einen gewissen Druck auf. Umso wichtiger, sich die tatsächlich guten Argumente mal anzusehen:

  • Wer gibt, wird zum Segen für Andere.
  • Geben ist ein hervorragendes Mittel gegen den zerstörerischen Materialismus.
  • Gott vertraut unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Dinge an. Diese Dinge sollen wir sein Reich einsetzen. Dazu gehört natürlich auch Geld.

Im Anhang gibt es 31 „Fragen“, die man sich im persönlichen Gespräch mit Gott stellen kann, bzw. die direkt an Gott gerichtet sind. Hier wirds allerdings reichlich manipulativ, denn die Fragen transportieren Inhalte, die das Buch vermitteln will und die Antwort wird implizit gleich mitgeliefert. Ein Beispiel:

„Bin ich auf die Lüge hereingefallen, dass ich zu arm zum Geben bin, obwohl die besten biblischen Beispiele für das Geben von armen Menschen stammen?“

Fazit

Das Büchlein ist okay. So richtig wirksam ist es nicht. Also zumindest bei mir nicht. Gedanken habe ich mir wegen des Buches schon gemacht und vielleicht sind mir auch manche Dinge klarer geworden. Ein Beigeschmack hats aber dennoch, dass eine Organisation, die auf Spenden angewiesen ist, den Spendern dieses Buch schenkt.

Randy Alcorn // Wo dein Schatz ist
Sonderausgabe für OM, 2016 // 2001
OM, CLV // Multnomah Books
157 Seiten

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