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Von Ideen und Plotbunnys Warum jeder ein Notizbuch führen sollte

Jeder hat Ideen. Wir sind kreative Geschöpfe. (Als Christ glaube ich daran, dass wir Ebenbilder Gottes sind. Und der ist der Schöpfer der Welt und unfassbar kreativ. Aber auch wenn du nicht daran glaubst: du und ich und alle anderen sind kreativ.) Wir schaffen ständig Neues und wandeln Altes ab, sodass es zu uns oder zu veränderten Gegebenheiten passt. Wir haben zumindest das Potenzial, neues zu schaffen.

Nun könnte man sagen: ach was, das gab es alles schon, alles, was existiert ist nur ein neues Element in der ewigen Abfolge von immer Gleichem. Gleiche Probleme, gleiche Lösungen. Gleiche Geschichten. Gleiche Aussagen.

Nun, ein neues Element ist es dennoch und trotz viele Kopien sind immer wieder Werke, Lösungen, Aussagen zu erkennen, die generisch sind. Sie sind im Gehirn eines Menschen auf Basis dessen, was er kann, gesehen und erlebt hat, neu entstanden. Für ihn neu entstanden. Das gilt auch dann, wenn viele Menschen zu vielen Zeiten an vielen Orten zu tendenziell ähnlichen Ideen kommen.

Der Unterschied zwischen Menschen, die als besonders kreativ gelten und allen anderen besteht aus Folgendem:

  1. Kreative Menschen haben Ideen in einem Bereich, den andere als künstlerisch wahrnehmen: Handwerk, bildende Kunst, Musik, Schriftstellerei, Tanz usw. Die Ideen anderer Menschen in anderen Bereichen wie IT, Technik, Erziehung, Politik und so weiter, sind ebenso kreativ, werden aber halt nicht so wahrgenommen.
  2. Kreative Menschen haben Spaß daran, ihre oder fremde Ideen umzusetzen. Wer viele Ideen hat, sie aber nie zu Papier bringt, wird nicht als kreativ wahrgenommen, obwohl die Idee der eigentlich kreative Prozess ist.
  3. Menschen verwechseln Kreativ mit Produktiv. Dinge zu produzieren hat nicht zwangsläufig etwas damit zu tun, sich diese Dinge auszudenken. Auch wenn es sich um Handwerk handelt.
  4. Kreative Menschen kultivieren ihre Kreativität und ihre Ideen.

Auf diesen letzten Punkt will ich kurz eingehen.

Ideen zu kultivieren ist superwichtig. Zum einen, weil dieser kreative Prozess im Hirn dabei trainiert wird. Was nicht trainiert oder gebraucht wird, verkümmert. Zum anderen, weil wir dadurch unserem Unterbewusstsein ständig die Botschaft geben: Ja, ich bin tatsächlich kreativ, ich habe viele Ideen.

In dieser Hinsicht ist die grundlegendste aller Kreativitätstechniken, seine Ideen zu dokumentieren. Immer. Aufschreiben, aufnehmen oder wie auch immer. Da sollte ein Notizbuch oder eine entsprechende App immer greifbar sein. Auch neben dem Bett.

Gerade wer mit längerfristigen Projekten beschäftigt ist, etwa Schriftsteller oder vielleicht Maler oder auch Filmemacher, haben oftmals das Problem der Inspiration. Das gilt für jene, die besonders gerne Projekte anfangen, aber Schwierigkeiten haben, sie abzuschließen. Und dann hoppelt da wieder so ein süßes Plotbunny vorbei. So eine tolle Idee, die sofort verfolgt werden muss.

Plotbunny, Foto: Victor Larracuente // Unsplash

Da sitzt es friedlich, das Plotbunny. Schnell zugreifen. Foto: Victor Larracuente // Unsplash

Kein Problem. Schreib sie auf. Und dann geh alle paar Monate deine Ideen durch. Erfreue dich an deiner Kreativität und führe Ideen weiter aus. Lass die Ideen wachsen und gedeihen, lass sie reifen und wenn es an der Zeit ist, holst du sie heraus und schreibst. Leute, das ist so der Hammer. Eine Schreibtischschublade voller Ideen zu haben und viele davon schon sehr weit ausgereift, mit vielen Subideen und Optionen.

Das geht aber nur, wenn man ein Notizbuch führt und am besten immer bei sich trägt.

Was kommt da rein?

  • Plotbunnys
  • Interessante Gespräche aus der U-Bahn
  • Personenbeschreibungen aus dem Café oder so
  • Skizzen
  • Beschreibungen starker Gefühle (Method Writing)
  • Erlebnisse

Natürlich ist das in erster Linie für Künstler und Schriftsteller usw. wichtig. Aber ich glaube, dass auch andere Menschen Ideen haben und diese Ideen kultivieren sollten.

Viel Spaß beim Ideentraining.

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