adventures of a weiner, golbarren
Biographie,  Fiktion,  lesen

Wally von Wallisburg // Adventures of A Weiner

Adventures of a Weiner (sic!) ist die Lebensgeschichte eines in eher prekären Verhältnissen aufgewachsenen Wieners, der auszog, um reich zu werden – was ihm auch gelang. Inhaltlich sehr spannend aber dilettantisch umgesetzt.

  • darum lesen: spannende, einzigartige und möglicherweise wahre Reiseabenteuer.
  • darum nicht lesen: viel unnötiges Drumrum und viele Fehler

Wally von Wallisburg verpasst seiner Geschichte, „die in Teilen wahr ist und wie eine Bio daherkommt“ gleich zwei Untertitel: „Ausstieg und Abenteuer eines Wiener Würstchens“ und „Werde reich, ohne zu arbeiten, oder arbeite, ohne reich zu werden“. Jo, was isses denn nu? Autobiografie? Satire? Ratgeber? Reisebericht? Das weiß Wallisburg wahrscheinlich selbst nicht so genau, worin auch schon das erste größere Problem des Buches liegt. Ich weiß als Leser halt nie, wie ich das, was mir da präsentiert wird, einordnen soll.

Aber gut, das Buch ist dennoch größtenteils unterhaltsam. Wallisburg erzählt seine Geschichte in drei Teilen:

  • Kindheit und Jugend in Wien und Klosterneuburg
  • Reisejahre in Südostasien, Australien und Ozeanien
  • Zeit Zuhause nach den Reisejahren

Dabei stellt er sich durchgehend als gewieften Kleinkriminellen mit latenter Fremden- und massiver Politikfeindlichkeit dar. Insbesondere die EU und der Euro, Menschen mit Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien, Franzosen und Inder kommen schlecht weg, außerdem noch „Studierte“ und alle Menschen, die im „Hamsterrad“ gefangen sind, sprich einer ganz normalen Arbeit nachgehen. Im Verlauf des Buches bekommt man den Eindruck, dass Wallisburg eigentlich niemanden mag, mit Ausnahme der Menschen, die sich zufällig seine Freunde nennen und grundsätzlich aller Neuseeländer.

Der „Weiner“ im Buchtitel ist übrigens kein Schreibfehler, sondern so wurde der Autor halt irgendwo auf seinen Reisen genannt.

Kleinkrimineller erlebt große Abenteuer

Nun, dieser reisende Kleinkriminelle erlebt allerhand Abenteuer und das ist schon spannend zu lesen. Er schlägt sich durch die neuseeländische Pampa, jagt fast verhungert einen Aal, sucht und findet Gold und Edelsteine, lässt sich auf allerhand krumme Deals ein, prügelt sich mit anderen Kleinkriminellen, kommt mit harmlosen Verletzungen davon, – und nimmt an einem privaten Rachefeldzug samt Selbstjustiz teil und macht sich der Freiheitsberaubung und Beihilfe zum Mord schuldig. Plötzlich doch kein Kleinkrimineller mehr.

Neben all diesen Abenteuern ist vor allem seine Findigkeit, was Geschäfte angeht, amüsant. Er handelt mit Autos, Aktien und Immobilien, gefälschter Kunst, Nutzungsrechten ozeanischer Inseln, Edelsteinen. Furchtbar nervig sind dagegen seine Hasstiraden insbesondere gegen die EU. Diese Meinung darf er natürlich haben, sie hat halt aber 0,0 mit dem restlichen Inhalt des Buches zu tun.

Die finanziellen Ratschläge sind natürlich Humbug und wohl satirisch zu verstehen. Sollte Wallisburg die im Buch dokumentierten Reichtümer tatsächlich angehäuft haben, dann in erster Linie durch Betrug, Diebstahl, Glück und angeborenen Geschäftssinn. Anwenden kann man seine Tipps eher nicht, sich inspirieren lassen dagegen schon, braucht für die Umsetzung dann aber auch entsprechend wenig Skrupel.

Minderwertige Herstellung

Das Buch scheint in Word gesetzt worden zu sein, Format DIN A4. Die zahlreichen Fotos und Zeitungsausschnitte sind hilflos zwischen den Text gequetscht, zwischendurch ist der Text weitgehend willkürlich gefettet, kursiv oder zentriert gesetzt. Dazu kommen zahlreiche Fehler in Grammatik und Rechtschreibung. Insgesamt also eher anstrengend zu lesen. Hat der Autor halt selbst gemacht, das Buch ist bei Tredition, einem Selfpublishing-Verlag erschienen. Es ist außerdem in zwei Versionen auf dem Markt: als Gesamtausgabe und in zwei Teile getrennt. Eine Trennung, die aber rein inhaltlich wenig sinnvoll ist.

Wally von Wallisburg // Adventures of a Weiner
Gesamtausgabe 2016, Rezensionsexemplar
Tredition
336 Seiten

5 Comments

  • Wally von Wallisburg

    Erstmal danke für Deine Rezi und die immerhin 6,5 Punkte von 10 Möglichen !
    Diese 6,5 Punkte freuen mich besonders, da wir, wie in unserem E-Mail Verkehr festgestellt, oft sehr gegensätzlicher Meinung sind. (Wenn auch Deine weitere Beschreibung sich eher so liest, als hättest Du nur 2 oder 3 Punkte vergeben.) ;-))

    Einige der (nichtfärbigen) Fotos im Buch sind je nach Laune des „Buch-Druckers“ manchmal dunkel geraten, aber „hilflos zwischen den Text gequetscht“ sind sie nicht. Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben, dass richtige Foto genau an der richtigen Stelle zu platzieren. Wären alle 100 Fotos in Farbe gedruckt worden, wäre das Buch teurer. So eine Version gibt es auf Amazon und sie kostet 46,– Euro. Ich empfehle sie trotzdem.

    Denn: Was die Finanztipps angeht, sind die sehr wohl ernst gemeint und sicher kein Humbug. Der große Gewinn, den jeder Leser bisher erzielen konnte, lässt sich leicht nachvollziehen und beweisen:
    Da das Buch 2015 am Markt war, muss man nur den Kurs der Wienerberger-Aktie, sowie auch den der Goldbarren von der Bucherscheinung bis Heute googeln. Meine Prognosen wurden erreicht und übertroffen. Der Gewinn ist groß. Er ist easy. Er ist legal und real.

    Weiters habe ich Immobilien empfohlen und dazu Schritt für Schritt genau erklärt, wie man auch mit sehr wenig Startkapital dazu kommt und LEGAL große Gewinne macht. Und es vorgelebt. Natürlich sind 2 der 12 „Lebensgebote“ auf mich oder reisende Schatzsucher zugeschnitten, somit kann man sie auch satirisch sehen, die anderen sind aber auch für „Jedermann“ ernst gemeint. Besonders der „Walkabout“ !

    Ich glaube tatsächlich, dass nur jemand mit „open Mind“ es schaffen kann, auch ohne Startkapital erfolgreich zu sein. Und somit dem Hamsterrad des modernen Sklaventums zu entfliehen. (Leute ohne, neigen übrigens oft dazu das System/Politik/Hamsterrad/Sklaventum zu verteidigen, als wäre es ihre Idee gewesen. Als wäre es ihr Freund.)

    Damit sind wir bei der Globalisierung und der EU. Selbstverständlich bin ich ein erklärter Gegner dieser EU und dieses Wirtschaftssystems ! Das hält mich aber keineswegs davon ab schnelles, leichtes Geld mit einem Aktien- oder Goldkauf zu machen und damit einen Teil dieses Systems zu nutzen. Geprüfte Möglichkeiten weiter zu geben.
    (Ich muss trotzdem nicht mit dem Gesamtsystem oder dessen Politik zufrieden sein.)

    Was nun die „Schubladisierung“ des Buches angeht…
    … es ist ein Reisebericht, eine zu 80% wahre Bio und für den – der es zulässt – ein Ratgeber.

    (Ein „Weiner“ ist übrigens im Englischem ein „Würstchen“ also praktisch die Vorstufe zum „Loser“.)

    Inzwischen viel Spaß mit den 2 Teilen der Psychopathen-Reihe, welche sich mit dieser, meiner „Bio“ treffen !
    (Gott sei Dank nur zu 10% – denn sehr viel darin, ist tatsächlich passiert.)

    LG
    Wally von Wallisburg

  • P.F.

    Sehr geehrter Herr Dittmann !

    Als absoluter Fan des Buches kann ich ihrer Rezession oder besser – ihrer Kritik
    größtenteils nicht zustimmen! „darum nicht lesen: viel unnötiges Drumrum und viele Fehler“

    Erstens fand ich, mit Verlaub, in Ihrer Rezession gleich mehr Schreibfehler pro Seite als im Buch und zweitens ebenso unnötiges Drumrum. Dass z.B. die Kritik an der EU berechtigt ist wissen inzwischen ja sogar die Hardcore-Fans des „Miteinander“ und der Globalisierung.
    Weiters ergibt sich die Kritik aus dem Text und der Zeit die gerade beschrieben wird.
    (Stichwort: Terror, Nuclear und Greenpeace 1985 etc.)

    Die Fotos sind Aufsehen erregend und perfekt zum Text passend eingefügt. Sie sind authentisch und beweisen die haarsträubenden Erlebnisse.
    Wo bitte sind die „hilflos zwischen den Text gequetscht?“ Auch markierte Textstellen fand ich sehr hilfreich und sicher nicht „willkürlich“? Für mich waren die Tipps im Buch absolut kein Humbug sondern sogar sehr wertvoll (damit meine ich nicht nur die nachprüfbaren Finanztipps).

    Warum Sie schreiben, dass man Skrupel haben müsse, als Privatmann Gold oder Aktien zu kaufen, verstehe ich überhaupt nicht. Das ist mir deutlich zu übertrieben. Wallisburg drängt angenehmer Weise seine Tipps niemanden auf. Wer sie aber annehmen will, kann (auf LEGALEM und SERIÖSEM Wege) durchaus weiter kommen, im besten Falle zu Reichtum.

    Selbst Wallys Überzeugung, dass man nur mit einem „Walkabout“ wirklich weiterkommt kann ich gut nachvollziehen. Schließlich habe ich selber einen gemacht (2015) und freue mich über meine Erfolge. Nicht zuletzt durch dieses Buch habe ich mein Leben in erfolgreiche Bahnen gelenkt, bin mittlerweile meilenweit vom Hamsterrad entfernt und kann mir aussuchen wie viel ich arbeiten will! Auch sehe ich kein Problem darin, das Buch nicht „schubladisieren“ zu können. Für mich ist es ein spannender Lebens- und Reisebericht, aus dem man sich hervorragend Tipps herauspicken kann.

    Ich kann deshalb das Buch – so wie auch das eigene Leben ernsthaft zu überdenken und zwar über den Tellerrand der gängigen Lehr- und Medienmeinungen – nur uneingeschränkt empfehlen! MFG P.F.

    • admin

      Hallo P.F.
      Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Meinung hier auszuführen. Ich wünsche Ihnen noch viel Spaß mit dem Buch.
      Cheers,
      Matthias

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