Good Habits, Bad Habits
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Wendy Wood // Good Habits, Bad Habits

Von wegen Willenskraft. Entscheidend sind die richtigen Gewohnheiten. Das ist nicht wirklich neu, genau wie die Inhalte dieses Buches, doch Wendy Wood ist eine Koryphäe auf diesem Gebiet und präsentiert die wichtigsten Erkenntnisse und Zusammenhänge.

  • Darum lesen: wichtige psychologische Grundlagen für den Umgang mit sich selbst.
  • Darum nicht lesen: Es steht nicht soo viel Neues drin.

Du muss nur richtig Wollen, dann klappt das auch. So heißt es oft, egal ob es darum geht, das Raucen aufzuhören, mehr Sport zu machen oder Depression zu bekämpfen. Dieser Satz hat einen philosophischen Unterbau: Den Glauben an den freien Willen. Wir entscheiden selbst, was wir tun und lassen.

Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Ich denke zwar schon, dass es einen freien Willen gibt. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir jederzeit eine echte Wahl hätten, was wir tun und was nicht. Unsere inneren Triebfedern, unsere Gene und Hormone sind viel zu stark. Kaum jemand gewinnt den Kampf gegen sich selbst. Insofern ist es absoluter Quatsch, sich auf seine Willensstärke zu verlassen. Besser wäre es, verstehen, wie unsere Triebfedern funktionieren und wie wir sie so einzusetzen können, dass wir mit ihnen und nicht gegen sie kämpfen. Genau darauf zielt Good Habits, Bad Habits ab.

Drei Teile

Das Buch ist in drei große Teile gegliedert:

  • Wie wir funktionieren
  • Drei Grundlagen von Gewohnheiten
  • und ein Teil zu Sonderfällen und guten Gelegenheiten.

Daraus ergibt sich eine recht einfache Formel: Wer sich etwas angewöhnen will, muss es oft genug wiederholen. Damit das klappt, muss ein geeigneter Kontext gewählt werden, mögliche Stolpersteine müssen aus dem Weg geräumt werden und die ständige Wiederholung von Dingen, die man eigentlich nicht unbedingt tun würde, muss sich irgendwie lohnen. Ist die Gewohnheit erstmal in den Nervenbahnen verankert, handeln wir ganz automatisch entsprechend.

Eine einfache Botschaft

Die Inhalte sind also nicht nur nicht unbedingt neu, sondern auch sehr einfach. Was natürlich gut ist. Aber um diese Botschaft zu vermitteln bräuchte man nicht unbedingt ein ganzes Buch. Aber Wendy Wood lässt sich viel Zeit, die Macht der Gewohnheit zu zeigen, in erster Linie anhand von dutzenden Studien. Im hinteren Teil des Buches zeigt sie außerdem, wie die Regierung, Supermärkte oder einfach Firmen, die ihre Produkte verkaufen wollen, dazu beitragen könnten, dass die Welt ein besserer Ort wird. Zum Beispiel den Alkoholverkauf einschränken oder Rauchverbote erteilen. Das hilft mir persönlich freilich nicht übermäßig, trägt aber dazu bei, dass ich an die Macht der Gewohnheit glaube.

Ich werde Good Habits, Bad Habits wahrscheinlich kein zweites Mal lesen. Zu einfach ist die Botschaft. Es gibt auch nichts, was man durcharbeiten müsste. Trotzdem ist es ein fantastisches Buch, das tatsächlich das Potenzial hat, Leben zu verändern.

Wendy Wood // Good Habits, Bad Habits
UK-Ausgabe 2019
Macmillan // Farrar, Straus, Giroux
236 Seiten

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